Meine Gedanken zu “Big Five For Live”

“Ist heute ein Museumstag?”, diese Frage bekommt John, von Thomas Derale, einem fiktiven Unternehmer im Buch „Big Five For Live“, gestellt. Die Idee hinter dieser Frage?

Stellen Sie sich vor, dass Sie nach Ihrem Leben die Räume eines Museums betreten. Ein Museum, dass jeden Tag Ihres Lebens zeigt. Egal ob gute oder schlechte Tage. Wie würde das Museum aussehen? Verbringt man sein Leben an einem Job, den man nicht mag und umgibt sich mit Leuten, die man nicht leiden kann? So sind schon mal gut 5/7 mit schlechten Erinnerungen gefüllt.

Im Durchschnitt leben die Menschen in den USA ungefähr 28.200 Tage, beziehungsweise rund 77 Jahre.

Aus Big Five For Life

John Strelecky erinnert uns in seinem Buch daran, wie kurz das Leben eigentlich ist und wie wichtig daher die Frage ist, was wir mit unserer Lebenszeit anstellen. Wie viel Zeit verwenden wir darauf zu warten, dass es bald wieder Wochenende ist, wieder Urlaub, dass man endlich den neuen Job hat, endlich in Rente geht…

Eine Museumstour durch unser Leben

Wenn wir am Ende des Lebens der Führer in unserem eigenen Museum sind, schreiten wir durch alle Korridore und zeigen den Besuchern all die vielen Stunden die man hier auf der Erde verlebt hat. Waren es gute Stunden? Hatten wir viele Museumstage? Also Tage, die einen besonderen Platz in unserem Museum verdienen?

Was machen wir mit unserer Zeit? Verkaufen wir unsere Lebenszeit stückweise an unseren Arbeitgebern und tauschen 5 Tage der Woche gegen 2 Tage Wochenende und ein bisschen Urlaub im Jahr? Viel erfüllender ist es doch, seine Bestimmung zu leben. Also genau das zu tun, wozu man berufen ist.

Warum existierst du?

Das Buch motiviert uns, sich die Frage nach dem Zweck der Existenz (ZDE) zu stellen. Warum sind wir hier? Welche Aufgabe wurde uns zugedacht? Denn, wenn wir das tun, was diesen Zweck erfüllt, dann tauschen wir nicht Zeit gegen Geld, sondern kommen mit jeder Stunde unserem Lebenszielen näher.

Was ist dein Zweck der Existenz ?

Der Unternehmer Thomas Derale geht noch einen Schritt weiter: Auch Unternehmen haben einen Zweck der Existenz. Wie motivierend ist es, wenn der eigene Zweck der Existenz mit dem seines Unternehmens übereinstimmt? Wir würden Arbeiten und dabei gleichzeitig den Zielen unseres eigenen Lebens näher kommen.

Ich kenne niemanden, der richtig positiv auf den Begriff “Angestellter” reagiert […] Aber ein Reisender, der unterwegs ist?

Aus Big Five for Life

Welche Vision steht über deinem Leben?

Über den Zweck der Existenz kommt John schließlich zu den “Big five for life”. Den fünf Dingen, die wir tun, sehen oder erleben möchten, bevor wir sterben. Wenn wir diese definieren, können wir am Ende unseres Lebens stolz zurückblicken und hoffentlich sagen, “Ja, ich habe mein Leben gelebt, ich habe meine Big 5 abgehakt”.

Diese Big 5 lassen sich nicht nur auf uns, sondern auch auf Produkte, Unternehmen oder Gemeinschaften übertragen. Welche 5 Dinge sollen erreicht werden, damit etwas erfolgreich ist. Diese fünf Dinge stehen im Einklang mit dem Zweck der Existenz. Und wie motivierend ist es, wenn wir durch unsere Arbeitsstelle die Möglichkeit bekommen unsere Big 5 zu erreichen.

Thomas Derale geht in seinen Unternehmen so weit, dass jeder Mitarbeiter seine Big Five offen kommuniziert und nur Mitarbeiter eingestellt werden, deren Ziele auch im Kontext des Unternehmens erreicht werden können. Ein spannender Gedanke. Mir persönlich fehlen bei manchen Berufen noch die Ansätze. Aber ich kenne auch noch nicht so viele Big Fives. Es wäre spannend, wenn es für jeden Job jemanden gibt, der seine Berufung an dieser Stelle erfüllen kann.

Aus eigenen Erfahrungen weiß ich, wie groß der Unterschied zwischen der Motivation ist, wenn man für etwas arbeitet, für das man brennt und der, wenn man nur seine Arbeit macht und auf das Gehalt wartet.

Der Flow-Zustand

Es ist eine ganz andere Lebensqualität, wenn man sich im Flow befindet, als wenn man in der kompletten Überforderung oder Unterforderung ist. Thomas Derale behauptet von seinen Unternehmen, dass es keine Fälle von Burnout gibt. Leider ist es nur ein fiktives Unternehmen, aber ich bin davon überzeugt, dass es so sein könnte, wenn jeder an seinem eigenen ZDE arbeiten kann und sich dauerhaft in einem Flow-Zustand befindet. Denn das motiviert und erfüllt ungemein.

Sich als Unternehmer vorzunehmen, die Mitarbeiter derartig in ihren persönlichen Zielen zu unterstützen, finde ich inspirierend. John Strelecky führt in seinem Buch auch die wirtschaftlichen Vorteile eines solchen Vorgehens auf. Zum einen arbeiten die motivierten Mitarbeiter, wie bereits erwähnt, viel produktiver, aber auch die Fluktuationsrate im Unternehmen sollte deutlich niedriger ausfallen. Wenn Mitarbeiter das Unternehmen verlassen und neue eingestellt werden, entstehen unglaubliche Kosten. Die Produktivität eines Mitarbeiters, der demnächst das Unternehmen verlässt, ist nahezu null. Die Produktivität eines neuen Mitarbeiters zunächst auch. Der Schaden der durch häufige Wechsel in der Belegschaft entsteht, ist daher nicht zu unterschätzen.

Es gehört zu einem guten Führungsstil, ein Umfeld zu schaffen, in dem die Menschen erfolgreich sind.

Aus Big Five for Life

Es ist eine Tatsache, dass langfristige Motivation nicht durch Geld erreicht werden kann. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter die Ziele des Unternehmens so vorstellen, dass Sie selbst in der Lage sind, sinnvolle Entscheidungen zu treffen. Nichts demotiviert mehr als Dinge umzusetzen und dann vom Chef zu erfahren, dass das Ganze für das Unternehmen in dieser Form nicht sinnvoll ist.

Am Ende des Buches wird noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist, eine klare Vision für die Mitarbeiter zu kommunizieren. Also am Anfang bereits das Ende im Sinn haben.

Wäre es nicht schön, wenn das Museum am Ende unseres Lebens nicht nur aus spannenden Wochenenden besteht, sondern wenn wir jeden einzelnen Tag als Museumstag gelebt haben? Wenn wir nicht mit Kollegen, sondern mit Freunden auf der Reise waren und uns gegenseitig beim Erreichen unserer Big Five unterstützt haben?

Auf das heute ein Museumstag ist!

5 Gedanken zu “Meine Gedanken zu “Big Five For Live””

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