5 Impulse aus: Rich dad, poor dad

Der Amerikaner Robert T. Kiyosaki ist mit zwei Vätern groß geworden. Sein biologischer Vater ist ein gebildeter Mann, der einem Beamtenjob nachgeht. Ihm sind das Eigenheim und die Sicherheit seines Jobs wichtig. Sein Rat ist stets: “Sei gut in der Schule, dann bekommst du einen guten und sicheren Job”. Robert spricht von ihm immer als sein armer Vater.

Sein reicher Vater hingegen, ist der Vater eines Freundes. Roberts Freund Mike und er sind recht früh bei Ihm in die Lehre gegangen, um zu lernen, wie man mit Geld umgeht. Der reiche Vater hat keine großartige Schulausbildung. Weniger die Sicherheit, sondern die Unabhängigkeit ist ihm wichtig. Er wählt seine Investments so, dass nicht er, sondern sein Geld für ihn arbeitet.

In seinem Buch “Rich dad, poor dad” schildert Kiyosaki die wichtigsten Lektionen seines reichen Vaters.

Das Gegenteil von Sicherheit ist Unabhängigkeit

Gleich zu Anfang versucht Robert dem Leser bewusst zu machen, dass jede Form von Sicherheit am Ende zur Abhängigkeit führt. Wer auf ein hohes Maß an Sicherheit setzt, wird sich schwertun, seinen Job für eine spannende Chance aufzugeben.

Die Investitionen eines auf Sicherheit bedachten Menschen bestehen aus Anleihen und dem Sparbuch. Der Cashflow wird durch unsinnige Versicherungen minimiert.

Mit einem hohen Sicherheitsbedürfnis geht auch meist eine Angst vor Fehlern einher, dabei sind Fehler die Quelle unserer Erfahrungen.

Robert motiviert uns, raus zu gehen, die Comfort-Zone zu verlassen und bereit zu sein, Fehler zu machen. Gerade bei Finanzen sind besonders wir Deutschen risikoscheu. Wir wollen nicht zu viel verlieren. Mit Geld spielt man nun mal nicht.

Wer Geld an der Börse verliert, ist ein Zocker. Wer welches Gewinnt, ein Kapitalist. Beides ist aber wichtig, um sich finanziell fortzubilden und sich selbst um seine Altersvorsorge kümmern zu können.

“Wenn es um Geld geht, wollen die meisten Leute ein sicheres Spiel und Risikolosigkeit. Ihr Motiv ist Angst und nicht Leidenschaft.”

Zitat aus „Rich dad, poor dad“

Die Reichen Leute arbeiten nicht für ihr Geld, sie lassen das Geld für sich arbeiten. Wem dieser Ansatz gefällt, sollte in kleinen Schritten lernen, das Geld für sich arbeiten zu lassen.

Stichwort: Passives Einkommen

Der Weg dahin führt über den Cashflow. Um den eigenen Cashflow zu optimieren, sollte man die Ausgaben reduzieren und die Einnahmequellen anpassen. Das beschreibt er auch in seinem Buch “Cashflow Quadrant”.

Um mit dem Lernen anzufangen, sollte man zunächst kleinere und überschaubare Risiken eingehen.

Unterschied zwischen Verbindlichkeit und Vermögenswert

Eine der wichtigsten Lektionen aus dem Buch ist, den Unterschied zwischen einer Verbindlichkeit und einem Vermögenswert zu kennen.

Ein Vermögenswert arbeitet für mich. Er sorgt für ein passives Einkommen. Dazu gehören langfristige Aktienanlagen, anderweitige Unternehmensanteile, Anleihen, Immobilien mit Mieteinnahmen oder Tantieme aus geistigem Eigentum.

Eine Verbindlichkeit hingegen kostet regelmäßig Geld und vermindert den monatlichen Cashflow.

Neu für mich war der Gedanke, dass durch diese Definition die eigene Immobilie nicht unbedingt ein Vermögenswert ist.

Wie auch der Investmentpunk Gerald Hörhan, unterstreicht Kiyosaki immer wieder, dass Konsumschulden einer der größten Cashflow-Killer sind. Konsumschulden sind die Art von Schulden, die wir aufnehmen, um uns Verbindlichkeiten zu leisten (z.B. den Fernseher, den neuen Sportwagen, Urlaub auf Pump…).

Viele halten ihr Auto, Haus oder sogar ihr Boot für einen Vermögenswert. In den meisten Fällen trifft dies aber nicht zu.

Zitat aus „Rich dad, poor dad“

Robert holt im Buch immer wieder eine vereinfachte Gewinn- und Verlustrechnung sowie eine kleine Bilanz raus, um den Cashflow zu verdeutlichen. Wenn ich darauf achte, dass mein hart verdientes Geld in Vermögenswerte anstatt in Verbindlichkeiten fließt, generiere ich nach und nach eine Spirale, die immer mehr Vermögen aufbaut.

Wer sich für Konsum verschuldet, macht genau das Gegenteil. Wer zu viele Verbindlichkeiten aufbaut, kommt langsam in eine Schuldenspirale, die langfristig verhindern wird, dass er ein Vermögen aufbauen kann. Am Ende arbeitet man sein Leben lang, um das eigene Haus abzubezahlen, das die meiste Zeit der Bank gehört hat. Man arbeitet für andere (den Arbeitgeber, den Staat und die Bank) und nicht für sich selbst.

Durch Unternehmen Steuern vermeiden

Robert geht auf das Steuersystem ein und wie es historisch entstanden ist. Ursprünglich hatte es die reichen Leute als Ziel. Dann wurde der Staat gieriger und hat auch den Mittelstand und schlussendlich die Armen besteuert.

Der Staat incentiviert das Gründen von Unternehmen und das Investieren in die Wirtschaft. Am Ende zahlen die Reichen sogar weniger Steuern, da sie Unternehmen gründen.

Ein Unternehmen ist nichts anderes als ein paar Seiten Papier, dennoch kann es viel bewirken.
Der angestellte Bürger bezahlt zuerst den Staat und darf erst dann sein Geld ausgeben.

Bei Unternehmern ist die Reihenfolge umgekehrt. Der Staat bekommt das, was am Ende übrig bleibt. Die meisten Reichen besitzen viele Körperschaften (z.B. eine GmbH) aber sonst selbst nicht viel.

Über Unternehmen beziehen sie Ihre Wohnung, ihr Auto, den Urlaub oder die Yacht und setzen es als Betriebsausgabe von der Steuer ab.

Die Gründung von Unternehmen oder von Treuhandgesellschaften wird auch dafür genutzt, die Vermögenswerte vor Gläubigern zu schützen. Dadurch gehen die reichen Leute bei Ihren Investitionen überschaubare Risiken ein und begrenzen ihren Schaden durch eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung.

Geld erfinden, wie die Banken

Geld funktioniert nur, weil wir an das Konzept dahinter glauben. Es basiert auf diesem Grundvertrauen. Seitdem die Bindung an einen physikalischen Goldwert aufgehoben wurde, steckt hinter jedem Euro nur noch ein theoretischer Wert, an den wir glauben müssen.

Nur die Zentralbank darf Geld drucken lassen und entscheiden, wie viel neues Geld geschaffen wird.

Wenn Robert von Geld erfinden spricht, dann spricht er davon, dass man selbst Buchgeld erzeugt. Buchgeld existiert nur in den Büchern und kann dadurch quasi “erschaffen” werden.

Das erreicht man durch geschicktes Verhandeln. Im besten Fall besitzt man eine Immobilie, die von anderen abbezahlt wird.

Er nennt als Beispiel ein Haus, das er für 20.000 $ kaufen konnte. Für die Anzahlung nutzte er Geld eines Freundes, das er sich für 200 $ kurzfristig lieh und verkaufte die neu erstandene Wohnung direkt für 75.000 $. Er hatte quasi 40.000 $ Geld geschaffen mit einem Einsatz von 200$. Das Geschäft wirkt auf den ersten Moment riskant, ist aber mit der richtigen Erfahrung und etwas Mut ein recht sicheres Investment. Vorausgesetzt einem fällt ein derartiges Schnäppchen vor die Füße.

“Große Gelegenheiten sieht man nicht mit den Augen. Man sieht sie mit dem Verstand”

Robert lädt ein, seine Sicht auf Investitionsmöglichkeiten zu schärfen, unverbindliche Angebote zu machen, um ein Gefühl für den Markt zu bekommen und so attraktive Chancen zu erkennen.

Selten klingelt ein attraktives Angebot an der Tür oder wird einem direkt angeboten. Wer mit offenen Augen durch die Welt geht, sieht den frustrierten Hausbesitzer um die Ecke oder die Gewerbeimmobilie, die man durch eine einfache Umwidmung zur Wohnung im Wert deutlich steigern kann.

Für Erfahrungen und Wissen arbeiten statt für Geld

Als Informatiker und Kreativer bin ich selbst sehr Produktorientiert. Daher habe ich Themen wie Marketing und Vertrieb lange als Zeitverschwendung gesehen.

Immer nach dem Motto “Was gut funktioniert, wird sich schon durchsetzen”.

Inzwischen durfte ich lernen, wie unglaublich wichtig Marketing und Vertrieb sind. Ich habe tolle Produkte sterben sehen, die einfach schlecht vermarktet wurden. Genauso gibt es da draußen massenhaft miese Produkte, die erfolgreich sind, weil irgend ein Verkaufsgenie bei den Kunden die richtigen Knöpfe drückt.

Robert vertritt die Meinung, dass Verkäuferskills für den eigenen Erfolg sehr wichtig sind. In einer seiner Anekdoten spricht er mit einer guten Schriftstellerin darüber, dass sie lernen muss, zu verkaufen.

Nachdem sich diese entrüstet darüber äußert, dass sie nicht studiert hat, um Verkäufer zu werden, weißt er sie darauf hin, dass man auch bei Autoren von “Bestsellern” und nicht “Bestwritern” spricht.

Gewisse Marketingaspekte zu verstehen, hilft auch dabei, erfolgreich zu sein. Hätte er sein Buch “Wenn Sie reich und glücklich werden wollen, gehen Sie nicht zur Schule” stattdessen “Die Ökonomie der Ausbildung” genannt, wäre es vermutlich nicht so erfolgreich gewesen.
Letzteres war der Vorschlag des Verlages.

Bei seinem Job sollte man nicht nur auf die untere rechte Ecke der Lohnabrechnung gucken. Erfahrungen und Wissen stellen wertvolle Vermögensanlagen dar, die zudem noch nicht mal besteuert werden.

Wer seinen Job nach den Verdienstmöglichkeiten aussucht und nicht nach dem, was man dort lernen kann, denkt zu kurzfristig.

Gerade in der heutigen Zeit wird es immer wichtiger, zu lernen und zu wissen. In Zukunft werden wir vermutlich noch viel häufiger unsere Arbeitsstellen wechseln und sollten auf Jobs vorbereitet sein, die jetzt noch gar nicht erfunden wurden.

Wer viel Erfahrungen und Wissen mitbringt, wird auch in Zukunft ein gutes Einkommen haben.

“Job-Sicherheit bedeutete meinem gebildeten Vater alles. Lernen bedeutete alles für meinen reichen Vater.”

Zitat aus „Rich dad, poor dad“

Die Feinde unseres Cashflows

Robert nennt 5 Feinde unseres Cashflows: Angst, Zynismus, Faulheit, schlechte Gewohnheiten und Arroganz.

Die Angst besteht meist darin, Geld zu verlieren. Daher wird das Geld auf dem Konto belassen, wo man es langsam verliert (Thema Inflation).

Dabei sind Verluste meist auch wichtige Lektionen in unserem Leben. Wir sollten uns die Texaner zum Vorbild nehmen. Die Texaner sind stolz auf ihre Gewinne und Verluste. Sie geben auch an, wenn sie verlieren.

Man sollte sich eine gesunde Fehlerkultur zulegen. Wenn wir nach dem ersten Sturz nicht mehr aufs Fahrrad gestiegen wären, würden wir heute nicht Radfahren können.

Zyniker kritisieren und Gewinner analysieren. Anstatt immer alles schlecht zu machen, gilt es die positiven Aspekte zu finden. Investoren wissen, dass gerade die schlechten Zeiten eigentlich jene sind, wo man die besten Investitionen machen kann.

Wenn miese Stimmung herrscht und die Angst um sich greift, sind viele bereit, ihre Vermögenswerte völlig unter Wert abzutreten.

Der innere Schweinhund ist ein weiterer Feind. Das Geld bei der Bank zu verlieren, erscheint einem risikoloser und einfacher. Schnell sagt man “Das kann ich mir nicht leisten” anstatt zu fragen “Wie kann ich mir das leisten?”.

Denn das braucht Kreativität und die kostet Kraft.

Unsere schlechten Angewohnheiten kosten Geld. Betrachtet man kritisch seine Ausgaben, stellt man schnell fest, wie viel reine Konsumausgaben man hat.

So kauft man sich zum Beispiel morgens auf dem Weg zur Arbeit täglich einen Kaffee, anstatt von Zuhause einen mitzunehmen.

Oft kann man sinnlose Konsumausgaben vermeiden, ohne auf Luxus zu verzichten. In dem Beispiel tut man sogar gutes für die Umwelt.

Der letzte Feind ist die Arroganz. Viel zu oft ist es uns peinlich, zuzugeben, etwas nicht zu wissen. Da wird sinnlos mit dem Steuerberater diskutiert um Recht zu behalten, anstatt einen guten Rat anzunehmen.

Meine Gedanken zum Buch

Das Buch hat mich ermutigt, mal einen Blick über meinen eigenen Tellerrand zu werfen und sich mit frischen, neuen Themen zu beschäftigen.

Seitdem ich vor einigen Jahren mein eigenes Unternehmen gegründet habe, bin ich gezwungen, mich mit allem was mir im Alltag begegnet auseinander zu setzen.

Statt Spezialist in einem bestimmten Thema der Informatik zu werden, wie ich es ursprünglich vorhatte, habe ich mich durch die Gründung immer mehr zum Generalisten entwickelt.

Es tut gut zu lesen, dass der Autor mich in dieser Entwicklung unterstützt. Sich mit Themen wie Finanzen, Rechnungswesen, Vertrieb, Marketing, Persönlichkeitsentwicklung und Mitarbeitermotivation auseinander zu setzen, hilft dabei, gute Fragen zu stellen. In jedem Bereich gibt es Spezialisten, von denen man lernen kann, wenn man bereits ein paar Grundlagen kennt.

Cover-Photo by Joshua Earle on Unsplash

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